Familien Feature II - Biermarathon im Friedrichshain
May 16th, 2007
Neulich erst hab ich ja schon so schoen ueber meine Thueringer Familie sinniert. Da denk ich mir jetzt, dass der Berliner Fraktion nun auch eine gewisse Praesenz auf den blau-weissen Seiten meines Blogs zugesprochen werden darf. Ich mag sie ja alle ganz gern!
Aus aktuellem Anlass wirds dafuer ein Video von einem ganz, ganz spannenden Event geben, das zwar zugegebenermassen nicht besonders repraesentativ fuers Verhalten aller Angehoerigen, aber zumindest mal ein aeussert-stark vorhandenes Potential zum Spass und Party machen demonstriert. Am 17. Mai (also morgen!) wird sich naemlich folgendes zutragen: Mein Onkel Ronny, oft auch als Chief of Biermarathon bezeichnet, wird dann samt einiger (Bier-)Freunde den Startschuss zum 3. Friedrichshainer Biermarathon geben. Knall! Werd zwar leider nicht in Live und in Frabe vorort mitsportln koennen, aber nach allem was ich gehoert hab, muss es ein ziemlicher Knaller werden. Denn im Vergleich zum letzten Jahr gabs diesmal richtig zeitgemaesse Promotion; so mit Blog, Website, Flickr- und MySpace-Account. Durch den Buschfunk wurde mir bereits gefluessert, dass die Werbetrommel in Form stark-gesteigerter Teilnehmeranzahl fruchten wird! Aber schaut selbst - hier einige Impressionen vom letzten Jahr:
Neben einigen eindrucksvollen, eher unansehnlichen Bier-Uebergabe-Szenen hat mir das Filmchen nicht nur gezeigt, dass die Disziplin des Biermarathona dem Olympischen Ideal verpflichtet ist (sinngemaess “Hauptsache mitgemacht!”), vor allem aber dass sie noch zur deutschen Tradition gehypet werden sollte. Denn, hier werden zwei Dinge vereint, die in der deutschen Geschichte einen sehr grossen Stellenwert eingenommen haben und auch auf ewig einnehmen werden: Saufen und Sport. Leider hab ich auf die Schnelle kein Zitat gefunden, dass diese Verbindung historisch ausreichend dokumentiert, aber wenn ich mich recht entsinne, hat sich der Zeitzeuge H. Heine nicht nur einmal uebers Deutsche Wesen, Brauereikunst und Sportvereinswesen ausgelassen.
So! Auf diese Worte sollten nun deutschlandweit Taten folgen! Ganz vorbildlich kommen nun aber erstmal noch ein paar Worte mehr. Undzwar bin ich voller ueberschwenglicher Freude darueber, hiermit den 1. Offiziellen Osnabruecker Biermarathon anzukuendigen. Knall - Der Startschuss zur Planungphase ist gefallen!
Hipp, hipp… HURRA!
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Mr Linguistics’ meets ALI G
May 10th, 2007
Der grosse Marxist ist sich eines Bades im Mob nie zu schade. Prof Chomsky beweist hoechste Courage im einfachen England und stellt sich den linguistischen Fachfragen des Oxford-Oberproleten Sasha Baron Cohen aka ALI G. Am Ende hat er fuer seine treueseeligen Anhaenger aus Politik und Linguistik sogar noch ein Laecheln auf den Lippen… zu Suess!
Irgendwie ist dieser Herr Cohen bemerkenswert - beweist er mit seinen Fragen bei aller Plattheit doch immer wieder eine gewisse thematische Treffsicherheit. Dass der in der Tat irgendwie studiert sein muss, merkt man doch recht schnell, wenn man mal YouTube nach Bildmaterial befragt - interessanter Haufen mit ziemlich breitem Spektrum!
BOOYAKASHA!
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Thueringen - hier rockt noch die ganze Familie
May 6th, 2007
Gestern noch von der so sehnlichst erwarteten Auszeit vom Osnabrueck Stress getraeumt und ne Extended Zugpause herbeigewuenscht, hat sich das Blatt jetzt etwas gewendet. Ich sitz hier gerade im Dunkeln vor der Kneipe, in der mein Opa samt Grossfamilie seinen 70sten Geburtstag begiesst. Vieles ist hier beachtlich, besonders und auch bewunderswert. Allem voran, dass was man als Jugendlicher so oft so gar nicht ausstehen kann: die Zusammenkunft einer Grossfamilie.
Vielleicht ist es ja der Lauf der Dinge, quasi ein Zeichen des Aelterwerdens, aber momentan bin ich wirklich gluecklich meiner Familie beim total peinlich aufm Bodenhocken und Klatschen zu “We will rock you” zu sehen zu duerfen, zu erleben wie Verwandte zu den schlimmsten Songs der letzten 30 Jahre voellig entgleisen, wie eine meiner Urtanten (Else, 79) mit meinem Opa (Klaus, 70) zu “Kling, Klang” fett-grinsend die Tanzflaeche unsicher macht. You bet they look good on the dancefloor! Seht selbst:
Anstatt meiner Extended Zugfahrt hab ich jetzt die volle Droehnung Familienrealitaet! Und… ich bin nicht nurn bisschen gluecklich damit oder kanns gerade mal aushalten; nein, ich war heut abend nicht nur einmal schon den Traenen nahe - hab se mir natuerlich verkneifen koennen
Rein faktisch hat der Abend vieles, was man als junger Menschen hassen kann: aeusserst schlechte Schlager-Musik, alte Menschen, die - wie von nem Schwarm Bienen gestochen - tanzen, Leute, die einem immer wieder sagen muessen, wie sehr man in den letzten Jahren doch gewachsen ist, Familie, Thuerigen and the like.
Aber eine Sache verkehrt hier die Welt voellig: unbedingte Herzlichkeit! Null Distanz zwischen Menschen, die neben nem Stueck genetische Naehe nur ein bisschen gemeinsame Geschichte verbindet. Es ist nicht nur so, dass das die Leute son bisschen an einander interessiert haelt, vielleicht ab und zu ein paar Themen fuer gepflegten Smal Talk hergibt; der Umgang unter den Leuten hier scheint mir so grundverschieden von jeglichem anderen Umgang, den ich meist sonst so habe. Leider hab ich noch nicht ganz raus, was alles so speziell hier macht oder wie speziell es wirklich is - muessen sicher nochn Moment sickern, all die Eindruecke gerade.
Wird bestimmt was besonderes an dieser Familie sein, sicher n bisschen in Relation zu uebermaessigen Alkoholgenuss stehn, vielleicht auch die gemeinsame Vergangheit in der DDR oder auch nur ne stinknormale Sache bei solchen familiaeren Happenings sein. Egal was - is auf jeden Fall so, dass es nen verdammt gutes Gefuehl tief in mir drin hinterlaesst, mich irgendwie suechtig nach mehr und fast schon traurig ueber den baldigen Verlust macht.
Mein Leben wird sich heut Nacht nicht total umgekrempelt haben, aber ich werd mit der mir echt-wichtig-vorkommenden Erkenntnis zurueck nach Osnabrueck gehen koennen, dass Familienfeiern in Thuerigen unabdinglich undn absolutes Muss sind - egal wie peinlich die auch aussehn moegen! Jetzt aber wieder zurueck in die Kneipe… gerade: Wolle im Hitmix - “Hoelle, Hoelle, Hoelle!”… Autsch!
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Herzliche Zugpause - Unterbrechung von Mustern
May 3rd, 2007
Pause machen vom Leben, kurzes Verschnaufen vorm nahenden Schritt in die Alternative. Knapp ueber zwei Stunden noch bis zum drohenden Einstieg ins so seltene Familienleben. Was auf mich zukommt ist mehr als ein ganzes Wochenende Umgebensein von moeglichst-grosser genetischer Naehe und familiaerer Herzlichkeit, jubilare Festivitaeten im trauten Thueringen und hoffentlich auch etwas weniger intensive, vielleicht sogar angenehme Pflichten - wie mit der versammelten Sippe gute Deutsche Cousine geniessen koennen.
Nur in wenigen Momenten funkt bisher die Vorfreude auf den 70. Geburstag meines Grossvaters auf. Die groessere Praesenz in meinen Gedanken hingegen hat die jetzt vielleicht anstehende, aber in jedem Fall bitterst-noetige Ruhe und der Abstand vom Stress der letzten Osnabruecker Tage. Das Hoffen auf ne eigentliche Pause fuer die naechsten Tage, eher kaum ein vollstaendiges neues Alternativleben im Kreise der Familie; quasi ne extended Zugpause, laenger in den Schlupfloechern zwischen Realitaeten verweilen zu koennen und nicht die eine hinter sich zu lassen und in ne andere wieder einsteigen.
Es ist viel passiert in den letzten Wochen. Vieles Alltaegliches, Musterhaftes - allerhand manchmal interessanter, åber aufwendig-laestiger Verpflichtungen an der Uni. Aber auch jede Menge Ungewohntheiten. Neue Menschen im Leben, veraenderter Umgang mit vertrauten Bekannten. Gluecklichweise ist darunter auch eine ueberstandene und vielleicht sogar gut verkraftete Trennung wiederzufinden, auch der Pleitegeier hat aufgegeben ueber meinem Haupte seine Kreise zu ziehen - ich bin wieder fluessig. Im Grunde weht mit dem Fruehling und dem sommerlichen Wetter auch wieder frischer Wind in meinen Segeln. Dass sich aus dem lauen, frischen Windchen in den letzten Tagen aber ein Orkan staerkster Klasse entwickelt hatte, war mir leider erst bewusst geworden als ich mich bereits unausweichlich inmitten des Getummels verfangen hatte. Daher vielleicht sehne ich mich jetzt um so mehr nach dem sanften Auge des Orkans, dass mich wieder Energie tanken laesst und mich gutgeruestet auf die letzte Etappe im Unwetter entlaesst.
Nicht falsch verstehen. Das ganze Gerede von der ach-so-noetigen Lebenspause soll wirklich keine grobe Unzufriedenheit suggerieren. Im Grunde naemlich gehts mir momentan schon prima. Vieles, was schwierig war/schien und nach Sackgasse roch, ist entweder gerade im Wenden begriffen oder hat sich - zumindest ausreichend-zufriedenstellend - geklaert. Das Leben macht Spass und wird wieder facettenreicher, Spannung und Abwechslung hat sich ergeben. (Hoffentlich) Einzig dieses Ungestuem von Orkan muss jetzt noch durchgestanden werden! Und eh man sich versieht steht dan auch schon der Sommer vor der Tuer - so jedenfalls der Plan.
Also Nerven bewahren, Energie tanken und weitergehts… ab naechsten Sonntag wieder - wenn ich zurueck in Osnabrueck bin.
Solange heissts noch viel Herzlichkeit und vor allem “Zugpause”!
Uebrigens: Flash Mob goes Big in Osna-Brig!
(Nach 14 Sek kommt son komischer Kautz in Weste und gruenem T-Shirt ins Bild gerannt und schlaget wild um sich
)
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“Pimp my Character!” mit Tapetenwechsel und Beziehungsproblemen
March 14th, 2007
Nachdem die letzten Wochen sehr anstrengende Probleme und Tage mit sich gebracht hatten, kam mir ein Tapetenwechsel wirklich sehr gelegen! All das ganze hin und her mit Crisi konnte leider nicht spurlos an mir vorbeiziehen. Habs zwar irgendwie geschafft das Tagesgeschaeft relativ gut weiterlaufen zu lassen, nur hab ich dafuer ungewohnt viel Kraft aufwenden muessen und die meisten meiner vielen Hobbies bis zur fast voelligen Aufgabe vernachlaessigt. Wie man sicher gemerkt hat, so auch das Bloggen…
Aber mal abgesehen von einer geringen koerperlichen Schwaeche - kompensierbarer Kreislauf-Hopser - gehts momentan wieder voran! Mit meinem Umzug ins Erdgeschoss, in das ehemalige Zimmer von Lorna - die ja ausgezogen war und mir ein wunderschoenes Zimmer doppelter Groesse meines alten und einem riesigen Fenster zum Garten hinterlassen hat - gehts jetzt wieder einfacher. Mein gutes Schwesterchen war sogar extra nach Osnabrueck gekommen, um mir Beistand zu leisten und mir in schweren Zeiten die Hand zu halten. Gemeinsam haben wir mein neues Zimmer eingerichtet und ein paar schoene Tage gehabt. Gelegentlich merkt ich dann doch, wie viel Glueck ich mit meiner Familie und meinem Leben eigentlich hab
Nicht dass ich in den letzten Wochen nicht genug gelitten haette, aber trotzdem denk ich, dass mein Leben einem Beobachter zuweilen recht langweilig erscheinen muss, gerade meines vielen Glueckes wegen. Hab dadurch kaum spannende, schwierige Sachen zu erzaehlen. Nichts was sich einfach dramatisch verarbeiten lassen koennte, sondern eher behebigen Stoff ergibt. Grosse Figuren grosser Literatur oder echte, spannende Charakterkoepfe entstehen meist als Produkt ihrer zeitweise ungluecklichen Lage.
Bei mir wird/wurde Charakter nur an wenigen - aber sehr wichtigen - Stellen durch dramatische Wendungen geschaffen. Zum grossen Teil empfinde ich die kleinen, interessanten Twists in meinem Leben als von mir selbstgeschaffen, erarbeitet im Willen ein im Wesen langweiliges Leben substantieller zu machen. Vielleicht hab ich auch daher in den letzten Wochen so viel, so schoen leiden und ertragen koennen, so mein Charakter getunet, aufgepimpt.
Also unterm Strich bleibt also zu bemerken: Die Realitaet hats ne Zeit lang wirklich ernst mit mir gemeint und mich so wieder eingefangen!
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Reise beendet - Sesshaft an der Petersburg
February 2nd, 2007
Seit heute vage ich es die Reise meines letzten halben Jahres als beendet zu bezeichenen! Vom direkt-anderen Ende der Welt, ueber viele verschiedene Zwischenstationen (zuletzt Crisis WG) werde ich diese Nacht zum ersten mal seit langer, langer Zeit in meinem eingenen Bettchen schlafen koennen. Nach einem langen, am Ende sehr entspannten, bisweilen sogar schoenen Tag (Mitternachtsspaziergang am Herrteichswall mit Crisi: schoen!) werde ich in freudiger Erwartung eines fruehen Morgens hoffentlich einen behutsamen Schlaf allein in meinem Bett inmitten meines noch recht leeren, unbewohnten Zimmers finden.
Diese Tage fuehlen sich sehr an! Von Trauer, Schmerz und Wut bishin zur grossen Freude und Glueckseeligkeit, dieser Tage empfinde ich wieder starke Gefuehle in mir heranwachsen. Schoene Erinnerungen an vergangene und intensive-gefuehlte Internatswochen werden wach. Tage, in denen ich mich auf irgendeine komische Art und Weise sehr komplett gefuehlt habe.
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Zum Glueck zurueck in Osnabrueck…
January 28th, 2007
… oder auch endlich zurueck.
Meine Reise ist zwar noch nicht ganz beendet - noch komme ich in Crisis gemuetlichem Zimmer unter - aber in der richtigen Stadt bin ich ja wenigestens schon mal gelandet! Mein Rueckwegs-Besuche in Boulder und Berlin sind bereits Vergangenheit und ab Februar hat mich dann auch mein gutes altes Zimmer unterm Dach meiner WG an der Petersburg wieder. Erst dann, vermutlich, werd ich endlich richtig anfangen zu realisieren, dass ich wieder in meiner alten Welt/Realitaet angekommen bin - eingesetzt hat das naemlich noch nicht wirklich. Obwohl sich seit letzten August - als ich mich auf meine Reise nach Hawai’i gemacht hatte - hier in Osna einiges veraendert hat, ist das Gefuehl der Verwunderung ueber den Wechsel meiner alten Heimat oder eine etwaige unverhoffte Freude des Zurueckkommens ausgeblieben. Das soll nicht so klingen als haetten mich die alten Erinnerungen ans gute Osnabruecker Land nicht gepackt und gluecklich gemacht, als ich von Crisi am Bahnhof abgeholt wurde und ich die ersten Schritte in noch sehr vertrauter Umgebung machen durfte. Nur ist es eben auch so, dass mein Verstand in vielen Erzaehlung uebers “Coming Back” ausm Auslandssemster oder von einer Reise etwas vorerlebt zu haben scheint, was er haette in vor 3 Tagen bei meiner Rueckkehr selbst und voellig neu durchmachen koennen. Schade, weil Erzaehlungen von diesen Gefuehlen immer so schoen klingen!
Vermutlich aber war ich auch ein wenig zu sehr von meiner sich sehr nah anfuehlenden Zukunft okupiert. In den kommenden Wochen erwarten mich naemlich wirklich viele spannende Dinge. Wichtige Uni-Entscheidungen und neue Mitbewohner muessen getroffen, ein neues Umfeld am Westerberg (Neurobiopsycho Lab) muss eingelebt, eine bachelor thesis muss geschrieben, alte Osnabruecker Freundschaft und Sozialstrukturen wollen reaktiviert und gepflegt und meine Zeit in Hawai’i muss verarbeitet und in die alte/neue Realitaet integriert werden. Alles gute und weite Felder, die bestellt gehoeren und auch schon fleissig beackert werden.
Ja, eigentlich glaube ich, bin ich auf einem guten Weg mir ein gemuetliches Fundament fuer die kommenden 2,5 Jahre zu legen. Denn das ist die Zeit, die ich vorraussichtlich noch in Osnabrueck verweilen werden. Hab mich naemlich entschlossen anstatt hier gleich wieder zu verschwinden, zu versuchen einen festeren Stand zu bekommen und nach meinem abgeschlossenen Bachelor auch noch einen Master of Cognitive Science hintendranzuhaengen.
Ist wirklich fein hier in Osnabrueck, in Deutschland! Was mir jetzt noch fehlt ist n bisschen Zeit, um runterzukommen oder - vielleicht besser gesagt - wirklich anzukommen
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WiFi on the Rocks
January 10th, 2007
Bisher hat mein Aufenthalt in Boulder zwei verschiedene Typen von Tagen hervorgebracht. Der eine ist recht abenteurlich, abwechselungsreich und hat viel mit verschneiten Bergen und Schneeschuhen zu tun. Der andere Typ ist weitaus einfacher, eintoeniger und wird am staerksten vom Abhaengen in Cafes eines ganz bestimmten Typs gepraegt. Naemlich jenen, in welchen ich mit meinem besten Freund MacBook ohne nur die geringsten Gewissensbisse sitzen kann, um mich den schier ungrenzbar-scheinenden Moeglichkeiten des Internets aufopferungsvoll hinzugeben. Fuer die, die wissen, was ich da andeute, klingt das zunaechst mal nach nem Haufen Brain Fuck - stundenlang Emails schreiben, Chaten, Blogs checken, ab und zu selbst mal was schreiben: ne kleine Abhaengigkeit!
Zu nem gewissen Teil ist das natuerlich der manchen nur allzu bekannte Brain Fuck, aber ich moechte mal nicht den Anschein erwecken, als wuerde ich nicht arbeiten oder die Zeit geniessen. Das tue ich naemlich sehr wohl! Ich bin sehr arbeitsam, schreibe Postkarten (die wohl eher Geschenkkarten werden), organisiere meine Heimkehr, arbeite mich in mein Bachelor Thesen Thema ein und versuche alte und neue Kontakte in die weite, weite Welt aufrecht zu erhalten. Und das alles in diesen ganz bestimmten Lokalen, wo mich nichts von meinem Freund MacBook trennen kann; in nem Umfeld, in dem es scheint als wuerde es das normalste der Welt sein, als waere es nicht wenigstens ein wenig absonderlich in nem sozialem Bereich, wie ein Cafe es nun mal ist, mutterseelen-allein an seinem eigenen Tisch zu sitzen und die ganze Zeit auf sein Display zu starren und seiner Tastatur rumzuhacken. Hier - in Boulder und wahrscheinlich noch sonstwo auf der Welt - gibt es Leute, die treffen sich um gemeinsam auf ihren Tastaturen rumzuhacken! Sozial ist man nicht etwa durch Unterhaltung mit seinem Gegenueber, nein, Sozialverhalten wird durch Chat und Mail, durch Interaktion im Internet gemacht. Ist nicht das schlimmste auf der Welt (hier kaempft keiner, hier stirbt auch keiner), vielleicht nur etwas neu. Man muss sich da gar nicht mal so sehr dran gewoehnen; gluecklicherweise hat man ja diese WWW-Abhaengigkeit entwickelt! Bloss wenn man sich das mal Augen fuehrt, ist es doch irgendwie komisch.
Heute wars mir dann doch mal zu viel so wenig zu machen! Also hab ich mich auf ne Wanderung an den Rand von Boulder begeben, zu den Red Rocks. Ja, und hier sitz ich nun. Wieder mutterseelen-allein. Mit dem kleinen Unterschied, dass jetzt wirklich niemand in meiner Naehe ist. Nur ich, die Natur, die Red Rocks, Boulder in der Ferne, ein paar Tierschen, gelegentlich mal ein Wanderer, keine Moeglichkeit sozial zu sein. Totale Pampa und wunderschoene Natur.
Dennoch bin ich ganz und gar nicht unsozial - ich schreibe nicht nur einen Artikel fuer meinen Blog, sondern chate auch noch mit meiner Schwester… uebers Internet. Ja, uebers Internet. Denn in Boulder kann man anscheind auch im Wald und uffm Berg mobil im WWW sein.

Schon irgendwie albern, oder?
UPDATE: Bevor ich diesen Artikel ordentlich formatiert hatte, war mein Akku leider, leider leer. Hab mich natuerlich sofort auf die Suche nach ner Steckdosen gemacht - Ladegeraet hatte ich natuerlich auch auf meiner Wanderung dabei. Tja, hat aber auch nichts geholfen! Ist vielleicht auch nen bisschen viel von der Natur verlangt: natuerlich wachsende Steckdosen. Ne kleine Frechheit ist das aber schon: WiFi (mit Internet) aber keine Energieversorgung fuer meinen Laptop. ![]()
Naja, dann bin ich eben wandern gegangen. War auch nicht schlecht!
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Wochenendaktivitaet: Snowshoeing waehrend eines Blizzards
January 8th, 2007
Das Ziel fuer dieses Wochenende war schnell klar gewesen. Da Stan unterhalb der Woche richtigerweise in seinem Start-Up taetig sein und dort kraeftig Dinge voran treiben wuerde, blieb uns im Grunde eigentlich bloss sein arbeitsfreies Wochenende, um gemeinsam ein paar Tage zu verbringen. Im Vorfeld hatte Stan fuer diese 2-3 Wochenendstage schon einige Aktivitaeten vorgeschlagen. Relativ natuerlich ist es in Boulder dabei zunaechst einmal ans Wandern, Klettern und Bergsteigen zu denken - Boulder liegt ja direkt am Rande der Rocky Mountains!

Da das Wetter in Boulder - wie anscheind auf der ganzen Welt - sich etwas unueblich gibt und Kaelte und Schnee die vorortige (Wetter-)Landschaft regieren, mussten wir zunaechst mal auf Winteraktivitaeten umplanen. Da wir beide nicht Lebensmuede waren/sind, blieb uns als Moeglichkeit im Grunde nur noch ne gemuetliche Wanderung im Weissen - genauer gesagt: ne Schneeschuhwanderung auf nen hohen Berg rauf. Noch genauer gesagt, war der Plan, am spaeten Abend bei Sternen- und Mondhimmel einen 11000 Fuss (ca 3300 Meter) Berg zu(Schneeschuh-)fuss zu bewandern, die Nacht in einer Huette auf der Spitze zu verbringen, um schliesslich am naechsten Morgen den Berg bei Tageslicht wieder herunterzujagen.
Klang (und klingt noch immer) zunaechst recht unspektakulaer, hat am Ende aber doch son bisschen unsere Lebensmuedigkeit auf die Probe gestellt. Denn gemuetlich war die Berg-Tour allenfalls in den Huettenbetten (worueber sich klar streiten laesst), vielleicht noch auf dem einfacheren Rueckweg; die Extremitaet des Hinweges hingegen hatte Koerper und Geist ganzheitlich eingenommen, unheimlich strapaziert und alles was an Vergangenheit und Zukunft in uns herumgespukte eher frueher als spaeter vergessen gemacht. Anstatt eines typischen Wintertages hatten wir (un-)gluecklicherweise einen unsere Abenteuerlust-anspornenden Chaos-Wintertag erwischt: starke, sogar Skilift-schliessende Winde, stechende Kaelte und - sage und schreibe - anderthalb Meter Neuschnee mit steigender Tendenz; obendrein gabs noch Schneeschuh-Anfaengertum und Altitude sickness auf meiner Seite. Alles in allem also ueberhaupt kein gemuetliches, sondern eher ein etwas verruecktes Unterfangen - wie Stan immer wieder zu bemerken vermochte. Also nur noch Augen zu und durch!
Mehr als drei geschlagene Stunden Wanderung, ca 3000 Fuss (ca 1 km) Hoehenunterschied, viele fast nicht auffindbare Paesse, ungefaehr sieben kurze Naehrungspausen, mehrmals vor Kaelte steif gewordene Haende und etliche Energy Bars und Liter Wasser spaeter, waren wir voellig am Ende - also wirklich voellig am Ende - oben in der bereits aufgewaermten Huette angekommen (ein paar andere Wanderer waren noch vorm Schneesturm nach oben gekrakselt) und auch bald nach kurzer Mahlzeit und Pillen gegen Altitude sickness pennen gegangen.
Nach ein bisschen Mountaineering am nachsten Morgen (Schnee zu Wasser verkochen und einem sehr sporadischem Fruehstuecksmahl) haben wir uns dann auf den Rueckweg nach Boulder gemacht. Sehr viel entspannter und bei Sonnenschein haben wir dann relativ gemuetlich, aber im zuegigen Schritt den Berg wieder hinuntergemacht und uns in Stans Auto den Weg durch die derzeit verrueckten und aeusserst windigen Rocky Mountains gebahnt. Trotz (oder gerade wegen) all der Widrigkeiten war unsere Tour sehr viel Spass, in einem sehr sportlich-abenteuerlichem Sinn - am Ende sicherlicher eine der extremesten Sachen, die ich je gemacht habe.
Interessant war es auch wieder in die Realitaet einzutauchen, die Welt des Bergesteigens zuverlassen und wieder in Konfrontation mit Vergangenheit und Zukunft zu treten, wieder Anbindung an den Lauf der Dinge zu finden. Irgendwie war mir nach nen paar Minuten Ruhe in Stans Bude klar geworden, dass die Geschichte meines Lebens waehrend des Wochenendes nicht gross weitererzaehlt wurde. Im Grunde gab es nur Interaktion mit Stan und ne Bergtour - beides Sachen, die recht selten sind und den Lauf meiner Dinge persoenlich zwar recht stark beeinflussen koennten, im Plot meiner Geschiche aber so gut wie gar nicht auftauchen (passiert eben nicht so viel auf ner Wanderung) und dennoch deren Fortgang veraendern wuerden. Schon ne seltsame Sache, wie so nen kurzes Stueck Geschichte, das man in schlechten Romanen mal gern ueberliest und spaeter irgendwie verwirrt feststellt, dass die Geschichte irgendwie komisch, vielleicht schlecht erzaehlt ist. Naja, damit meine Geschichte jetzt auch ordentlich repraesentiert ist (vor allem in meinem eigenen Verstand), schreib ich sie nicht nur in Form eines Berichtes auf, sondern reflektiere sie auch noch ein wenig. In meinem Fall ist Bloggn als Taetigkeit eben schon ein bisschen Lebensgeschichte vor sich her erzaehlen - wenns kratzt muss se richtig erzaehlt sein.
So viel noch zu einer meiner geistlichen Ausuferungen waehrend meiner Erholungs- und Besinnungswoche in Boulder.
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“Winter Storm Warning” - Auf Wiedersehen Hawai’i, Guten Tag Boulder
January 5th, 2007
So, fertig. Angekommen in Boulder, Colorado. Wirklich ne andere Welt, seht selbst:
…BACK EDGE OF LATEST WINTER STORM CONTINUES TO PRODUCE SNOW […] ADDITIONAL SNOW ACCUMULATION IS STILL EXPECTED. THIS WILL MAKE TRAVEL VERY HAZARDOUS OR IMPOSSIBLE.
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Traurigen Herzens habe ich gestern also Hawai’i verlassen muessen. Die letzten Tage warn zwar sehr schoen, auch traurig und verabschiedend, aber vor allem ereignisreich! So bin ich gestern nach ner letzten genialen Surfing Session, zahlreichen Verabschiedungen von Freunden, zwei sehr unkomplizierten Fluegen (erst nach Salt Lake City und dann Denver) und ner sehr verschlafenen Busfahrt in Boulder angekommen. Die Situation hier war zunaechst sehr angenehm: etwas Schnee lag noch vom letzten Schneesturm auf den Strassen und die Kaelte konnte ich (in mindestens 20 Pullovern eingepackt) relativ gut ueberstehen. Ausserdem gabs ausser nem tollen Essen bei nem Inder, noch nen paar gute Gespraeche mit Stan!
Aber am Flughafen in Salt Lake City hatte sich schon wieder groesseres angedeutet. Ein Schneesturm sollte Salt Lake in der kommenden Nacht treffen. Gemunkelt wurde dort auch schon, dass Denver und Boulder davon betroffen sein koennten. Und tatsaechlich, heute morgen gegen 9 aufgewacht, kurz aus dem Fenster geschaut und erstmal ordentlich gestaunt. Hab wirklich schon lange nicht mehr so viel Schnee auf einmal gesehen. Schaut selbst - so ist der Blick aus dem (Internet-)Cafe um die Ecke von Stans Bude:




Ja, schon sehr anders hier! Gerade noch in Hawai’i bei wirklich angenehmen 26 Grad Celsius im Wasser vor Waikiki auf nem auesserst belebenden Swell gesurft, und jetzt Schnee, Schnee, Schnee, Schnee so weit man schauen kann. Oh, und natuerlich Kaelte! Momentan aerger ich mich aber kein bisschen darueber, mich nicht in der Sonne von Hawai’i mit Frisbee-Spiel, Wandern oder Surfen beschaeftigen zu koennen, sondern geniesse eher die Ruhe des Cafes (nur Stan, ich und zwei Angestellte sind hier) und spaeter vielleicht noch das Abenteuer einer Neuschneewanderung auf nen Berg ruff, mit allem Pipapo, Spitzhacke, Schneeschuhen und aeussterst fetten Klamotten. Gewissermassen bin ich hier von einem Abenteuer (Hawai’i) in ein neues Abenteuer (Boulder) geschlittert - im wahrsten Sinne des Wortes, hier ists saurutschig! Auf jeden Fall sollte fuer ausreichend Ablenkung vom Trennungsschmerz der ersten Tage (Trennung von Hawai’i und den zurueckgelassenen Freunden) gesorgt sein.
Mal schauen, was die naechsten Tage bringen werden! Koennte schon nen netter Besuch hier werden. Mit ausreichend interessanten Wanderungen, Gespraechen, aber auch viel Zeit fuer mich ganz allein, Zeit sich mal wieder ordentlich zu finden.
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